• O. Steffen / Grey Hills

Diesen Fehler darf man in einer Selbstverteidigungssituation auf keinen Fall machen!

Was man nie in einer Selbstverteidigungssituation machen sollte, es schränkt die Handlungsfähigkeit ein und kann zu bleibenden gesundheitlichen Schäden führen!


Wenn man sich in einer Notwehrlage befindet und verteidigen muss, gibt es eine Sache, die man niemals machen sollte. Aus vielen Gesprächen während unserer Selbstverteidigungskurse wissen wir, dass sich über diesen Punkt kaum ein Teilnehmer Gedanken macht und die Gefahren, die sich daraus ergeben, massiv unterschätzt werden.


Muss man zur Abwehr eines Angreifers schlagen, stellt sich die Frage, ob dieses mit der geschlossenen Faust oder mit der offenen Hand geschehen sollte. Eine Frage, die auf den ersten Blick vollkommen banal, unwichtig und überflüssig erscheint. In der Konsequenz kann dieses jedoch für den Verteidiger entscheidend über den Ausgang der Auseinandersetzung und eines möglichen juristischen Nachspieles sein.


Eine Fehleinschätzung kann ferner zu empfindlichen gesundheitlichen Folgen für den Verteidiger führen.


Unser Rat:

Schlage in einer Selbstverteidigungssituation niemals mit einer geschlossenen Faust!


Hier die 7 erstaunlichen Gründe:


Grund 1:


Wenn man nicht regelmäßig über Jahre hinweg Kampfkunst oder Kampfsport praktiziert und seine Fäuste durch regelmäßige Schlagübungen abhärtet, ist die Gefahr, dass beim Treffen eines harten Körperteils des Angreifers (zum Beispiel dessen Kopf) einer der Handknochen bricht.


Die Hand ist ein sehr kompliziertes "Präzisionswerkzeug", in dem die 27 Knochen sehr fein aufeinander abgestimmt sind. Die kleinen Knochen der Handwurzel, Mittelhand und Finger können bei einem Schlag gegen harte Gegenstände jedoch relativ schnell brechen.


In unterschiedlichen Kampfsportarten oder Kampfkünsten werden die Fäuste durch Bruchtests, bei denen man Holz- oder Steinplatten unterschiedlicher Dicke nutzt, über die Jahre abgehärtet. Diese Bruchtest führen bei den Trainierenden über die Jahre zu Mikrobrüchen in den Handknochen, durch deren Verheilung die Knochen der Hand, als Schutzmechanismus des Körpers, verhärten und verdicken. Dadurch wird die entsprechend trainierte Hand auf der einen Seite extrem widerstandsfähig, durch die Verhärtung aber auch sehr viel unbeweglicher. Mit einer in dieser Form trainierten Hand kann man zwar nach Jahren des Trainings problemlos Bretter und Steinplatten durchschlagen, muss aber mit den entsprechenden Bewegungsbeeinträchtigungen, die sich über die Jahre einstellen, leben.


In den mehr als 40 Jahren die ich aktiv Kampfkunst und Kampfsport praktiziere, habe ich entsprechend trainierte Menschen kennengelernt, die leider nicht mehr in der Lage waren ihre Hände in einem vernünftigen Maße zu bewegen und entsprechend starke Schmerzmittel genommen haben. Leider habe ich aber auch untrainierte Menschen kennengelernt, die in einer Selbstverteidigungssituation mit der geschlossenen Faust geschlagen und sich dadurch Knochen in der Hand gebrochen haben.

Diese Verletzungen der Hand können, auf Grund der Komplexität des Bewegungsapparates, zu bleibenden Beeinträchtigungen führen und haben manch eine Berufskarriere nachhaltig zerstört.


Ein Knochenbruch während einer handgreiflichen Konfliktsituation reduziert zudem die eigene Verteidigungsfähigkeit erheblich!


Schlage also nicht mit der Faust !


Grund 2:


Ein Verteidigungsschlag mit der Faust in das Gesicht des Angreifers kann beim Treffen der Zähne gegebenenfalls zu Splitterungen und Abbrüchen führen. Die brechenden Zähne können möglicherweise die Haut der schlagenden Faust verletzen oder in die Faust eindringen. Blutungen an der eigenen Hand und Übertragungen von Infektionskrankheiten sind denkbar. Beim Schlagen mit der offenen Hand ist dieses Risiko stark reduziert.


Grund 3:


Eine Selbstverteidigungssituation bedeutet für den Körper immer enormen Stress. Er schüttet Adrenalin aus. Durch dieses Stresshormon kann es passieren, dass der Körper in eine "Schockstarre" verfällt und man handlungsunfähig wird. Diese Starre ist ein Schutzmechanismus aus der Evolution, der auch heute noch regelmäßig auftritt. Wenn man im Falle dieser "Schockstarre" zusätzlich die Hände zu Fäusten ballt, werden die Muskeln in der Hand und im Unterarm angespannt und können in Verbindung mit dem Adrenalin den Zustand der Starre verstärken und zur totalen Handlungsunfähigkeit führen. Dadurch wird der Verteidiger zu einem leichten Opfer!


Die Hände beim Schlagen in einer Verteidigungssituation also immer offen lassen, um diesen Mechanismus entgegen zu wirken!


Grund 4:


Der Schlag mit der offenen Hand ist auf Grund der nicht angespannten Unterarmmuskulatur sehr viel schneller als der Schlag mit der Faust. Zudem reicht die Schlagkraft der offenen Hand auf Grund der höheren Schnelligkeit problemlos aus, um eine Selbstverteidigungskonflikt erfolgreich zu beenden. Von dieser Tatsache sind die Teilnehmer unserer Selbstverteidigungskurse nach mehreren praktischen Übungen immer wieder überrascht und vor allem überzeugt.



Grund 5:


Einen Schlag mit der offenen Hand leitet sich automatisch aus der erschrockenen und natürlichen Verteidigungsreaktion ab (zum Beispiel beim natürlichem Hochreißen der Hände zur Verteidigung, wenn man unvermittelt angegriffen wird). Zudem hat der Verteidiger mit der offenen Hand eine größere Trefferfläche als mit der geschlossenen Faust. Eine offene Hand lässt sich zudem sehr schnell und effektiv als Handkante einsetzen.

Grund 6:


Für einen Verteidiger ist es teilweise einfacher mit der offenen flachen Handfläche einen Angreifer abzuwehren. Die Vorstellung, einem Menschen mit der Faust in das Gesicht zu schlagen (auch im Falle einer gerechtfertigten Notwehrhandlung), führt teilweise unter realen Bedingungen zu Schlaghemmungen. Dieser Sachverhalt wird immer wieder von Opfern von Gewalttaten, zu denen auch Kampfsportler gehören, bestätigt. Eine Technik, die im Training jahrelang geübt wurde scheitert in der Realität an der eigenen (menschlichen) Hemmschwelle.


Um nicht Opfer der eigenen Hemmschwelle zu werden, nutze zur Selbstverteidigung nur offene Hände!


Grund 7:


Wegen eines möglichen juristischen Nachspieles ist das Schlagen mit der offenen Hand unter Notwehraspekten sinnvoll, da es für mögliche Zeugen und auf Aufnahmen von Überwachungskameras oder Handys nicht nach roher oder übertriebener Gewalt aussieht. Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt, der im Augenblick der Verteidigung unwichtig erscheint, jedoch im "Nachspiel" einen sehr hohen Stellenwert einnehmen kann.


Fazit:


Die offene Hand schützt vor der eigenen Verletzung, ist die natürliche schnelle Bewegungsform, beugt der Schockstarre und Schlaghemmung vor, hat eine große Trefferfläche mit ausreichend Durchschlagskraft um Auseinandersetzungen effektiv zu beenden und sieht für Dritte nach dosierter und verhältnismäßiger Verteidigung und nicht nach roher Gewalt aus. Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen und mittlerweile vielfach belegt sind.


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Für weitere Fragen rund um das Thema Selbstverteidigung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.



Oliver Steffen


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